Umwelt und Energie

Ökologische Herausforderungen wie Klimawandel, steigender Energiebedarf, begrenzte fossile Energieträger, Rohstoffknappheit und Abfallentsorgung veranlassen Unternehmen, ihre Produktionsprozesse zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten.

Der GF Fussabdruck

GF hat die ökologischen Auswirkungen der eigenen Aktivitäten bewertet und festgestellt, dass der Energieverbrauch, die daraus resultierenden THG-Emissionen und der bei der Produktion anfallende Abfall den ökologischen Fussabdruck des Konzerns am deutlichsten beeinflussen.1 Der Einfluss von GF auf den Wasserverbrauch ist aus fertigungstechnischer Sicht weniger relevant, da die meisten Prozesse nicht wasserintensiv sind. Dennoch ist der nachhaltige Umgang mit Wasser für einige Stakeholder und Kunden von GF von hoher Bedeutung. Da GF Piping Systems Lösungen für das optimale Wassermanagement anbietet, spielt GF in dieser Hinsicht eine zentrale Rolle, insbesondere in wasserarmen Regionen.

Die Nachhaltigkeitsziele 2020, die GF 2015 definierte, umfassen Umweltziele, die GF dazu veranlassten, seine Produktionsverfahren zu optimieren. Diese Ziele konzentrierten sich darauf, den eigenen Energieverbrauch, die emittierten CO2-Äquivalente (CO2e), die nicht rezyklierten Abfälle2 und den Wasserverbrauch in wasserarmen Regionen zu reduzieren. Sie waren für alle Produktionsstätten von GF weltweit verbindlich. Seit 2015 wurden verschiedene Massnahmen definiert, die zur Umsetzung mehrerer Projekte führten, um die bis 2020 angestrebten Reduktionsziele zu erreichen.

2020 beeinflussten die Kurzarbeit, die vorübergehende Schliessung mancher Anlagen und der pandemiebedingte Umsatzrückgang die Umweltdaten. Gleichzeitig trafen viele Konzernstandorte weitere Massnahmen, um die ökologische Effizienz zu verbessern, den Gesamtverbrauch von Strom und Wasser zu senken und das Abfallaufkommen zu verringern. Die Zahlen für 2020 spiegeln diese beiden Entwicklungen wider.

Die Konzernrichtlinie zum Umweltschutz ist der Eckpfeiler des Umweltmanagements von GF.

GF Konzernrichtlinie zum Umweltmanagement

Energie und THG-Emissionen

Aufgrund der Besonderheiten der Geschäftstätigkeiten von GF haben der Energieverbrauch und die damit verbundenen THG-Emissionen eine hohe Relevanz. Daher legt das Unternehmen Wert darauf, negative Umweltauswirkungen, die aus den eigenen Aktivitäten resultieren können, zu vermeiden. Das bedeutet, dass GF bei seinen Betriebsabläufen auf eine effizientere Energienutzung und den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien achtet. Gleichzeitig werden Massnahmen geprüft, erneuerbare Energie selbst vor Ort zu erzeugen.

CDP Klimawandel-Ranking

Im Berichtszyklus 2020 verbesserte GF sein Rating im Bereich Klimawandel von B zu A- («Leadership»-Stufe).

Zum Jahresende 2020 hatten 84% der Produktionsstätten von GF Umweltmanagementsysteme eingeführt und waren nach ISO 14001 zertifiziert, einem international anerkannten Standard für diese Systeme. Zudem sind die Umweltmanagementsysteme von acht Standorten von GF Piping Systems und GF Casting Solutions nach ISO 50001 zertifiziert.3 Diese Systeme fördern die effiziente Ressourcennutzung und ermöglichen es den Standorten, umgehend Massnahmen zu ergreifen, wenn die Verbrauchsdaten deutlich von den Durchschnittswerten abweichen. Auf diese Standorte entfallen 49% des Gesamtenergiekonsums von GF.

Des Weiteren führten 90% der Produktionsstätten von GF und eine Reihe von Verkaufsgesellschaften Qualitätsmanagementsysteme ein, die nach ISO 9001 und IATF (ISO TS) 16949 zertifiziert sind.

Energieverbrauch

Im Berichtsjahr ging der Nettoenergieverbrauch von GF um 13,2% (2,5% anteilig4) auf 3,1 Mio. Gigajoule (GJ) zurück, während der Auftragseingang gegenüber 2019 um 14,4% zurückging. Obwohl die Massnahmen zur Eindämmung von COVID-19 mit diesem Rückgang verbunden waren, war die Abnahme des Stromverbrauchs um 14,0% im Jahresvergleich (3,8% anteilig) entscheidend. Mehrere kleine und mittelgrosse Energiesparprojekte trugen zu dieser Reduktion bei.

Neben den oben erwähnten Faktoren beeinflussten die organisatorischen Änderungen aus 2019 den Energieverbrauch von GF und andere Umweltkennzahlen im Jahr 2020. Beispielsweise entspricht das neue Gebäude von GF Machining Solutions in Biel (Schweiz) hochmodernen Energieeffizienzanforderungen und trug 2020 merklich zum Energieeffizienzindex der Division bei. Gleichzeitig weiteten zwei Standorte in den USA und China ihre Produktionskapazitäten aus, was den Energiekonsum erhöhte.

Die Nachhaltigkeitsziele 2020 von GF umfassten eine Verbesserung der Energieeffizienz und die Senkung der THG-Emissionen um jeweils 10%. In den letzten fünf Jahren setzten die Produktionsstätten der drei Divisionen 100 Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz um, darunter 20 im Jahr 2020.

Die Standorte von GF Piping Systems in Little Rock und Bakersfield (beide in den USA) realisierten mehrere energieeffiziente Beleuchtungseinrichtungen in ihren Gebäuden. Diese Projekte führten zu jährlichen Stromeinsparungen von 560 Megawattstunden (MWh) bzw. 244 MWh, dies entspricht einer Reduktion um 3,5% der entsprechenden THG-Emissionen und um 3,5% des jährlichen Gesamtenergiekonsums der Standorte.

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Vergleich der neuen LED-Beleuchtung (links) und der alten Induktionsbeleuchtung (rechts) bei GF Harvel in Little Rock.

Der Standort von GF Casting Solutions in Mills River (USA) setzte 2020 ebenfalls eine Reihe von Massnahmen zur Verbesserung der Umweltperformance um. Dazu gehörte ein grösseres Projekt zur Wärmerückgewinnung. Im dritten Quartal 2020 wurde ein neues System installiert, welches Wärme zurückgewinnt und diese für den Kompressorraum und den Werkzeugbau wiederverwendet. Diese Massnahme erlaubt eine jährliche Rückgewinnung von 108 MWh. Das zweite System ist für 2021 geplant und soll zusätzliche Einsparungen ermöglichen.

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Neuer Wärmeabzug eines Luftkompressors bei GF Linamar in Mills River.

In Kunshan (China) erhielt GF Casting Solutions ein «Grünes Werk»-Zertifikat für die Bemühungen des Standorts, die strengen chinesischen Umweltstandards umzusetzen. Die Massnahmen in den Bereichen Energie-, Boden- und Rohstoffnutzung, Abfallwirtschaft und saubere Produktion beeindruckten die externen Experten und die staatlichen Sachverständigen. Der Standort Kunshan gehört zu den ersten in der Provinz Juangsu, der sich «Grünes Werk» nennen darf.

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Das Projektteam von GF Casting Solutions Kunshan (China), das die Bemühungen leitete, zeigt stolz das Zertifikat «Grünes Werk».

Energieverbrauch nach Energieträgern

Neben der Gesamtmenge an verbrauchter Energie hat auch die Aufteilung auf die verschiedenen Energieträger einen entscheidenden Einfluss auf den ökologischen Fussabdruck von GF.

Der strategische Ausstieg von GF Casting Solutions aus dem europäischen Eisengiessereigeschäft in den letzten Jahren trug von 2018 bis 2020 am stärksten zur Veränderung des Energieverbrauchs bei. Seit 2014 verwendet GF keine Braunkohle mehr, die auch nicht mehr in den Grafiken erscheint.5

Energiequellen 2020

In 1’000 GJ

Im Jahr 2020 entfielen 17% des Gesamtenergieverbrauchs auf erneuerbare Energien (15% im Vorjahr). 95% entfielen davon auf den Kauf von 504’300 GJ erneuerbarem Strom, hauptsächlich aus Wasser- und Windkraft. Der Rest der erneuerbaren Energie wurde selbst mit Wasserkraft und Solarmodulen erzeugt oder als erneuerbare Fernwärme zugekauft.6

 

 

 

Erneuerbarer Energie (beinhaltet zertifizierten Grünstrom)

In % 

Erneuerbare Energiequellen

In %

Um den Anteil der erneuerbaren Energieträger am Energiemix von GF zu erhöhen, kaufte GF Casting Solutions für die Jahre 2020 bis 2024 für die österreichischen Standorte und für 2020 für den Standort Suzhou (China) Grünstrom. Zwei Standorte von GF Piping Systems in den USA und China begannen mit der Installation von Solarmodulen auf dem Dach. In China decken die Module bereits 11% des Gesamtstrombedarfs des Standorts. Derzeit erzeugen sieben Standorte von GF ihren eigenen Strom, entweder mittels Solaranlagen oder Wasserkraft. Den Grossteil der erneuerbaren Energie bezieht GF jedoch aus externen Quellen.

Im Berichtsjahr hat GF in der Schweiz einen Grünstromfonds gegründet mit dem Ziel, den Betrag, der für Zertifikate für erneuerbaren Strom aufgewendet wird, wieder intern zu nutzen. Die Standorte zahlen einen konzerninternen Aufschlag und machen Vorschläge, um finanzielle Unterstützung aus dem Fonds für Energieeffizienzmassnahmen und die Eigeneerzeugung von erneuerbarer Energie, zu bekommen. Auf der Grundlage der in der Schweiz gesammelten Erfahrungen will GF 2021 entscheiden, ob der Fonds auch in anderen Ländern eingesetzt werden soll.

In den kommenden fünf Jahren bleibt die Substitution von Strom und fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energieträger eine hohe Priorität von GF. 2020 wurden mehrere Bewertungen durchgeführt, um die sich daraus ergebenden Initiativen innerhalb des Nachhaltigkeitsrahmens 2025 umzusetzen.

Zielerreichung: Energieeffizienz

Energieeffizienz-Index

Produktionsvolumen7 pro Energiekonsum

Zielpfad

In den letzten fünf Jahren erreichte GF seine Vorgabe bezüglich der Energieeffizienz, was durch positive Beiträge der drei Divisionen möglich wurde.8

Im Jahr 2020 gingen die Produktion und der Energieverbrauch des Konzerns zurück. Die Energieeffizienz sank leicht gegenüber dem Vorjahr, aber der Trend entsprach weiter dem Ziel 2020. Viele Standorte fuhren die Produktion in der ersten Jahreshälfte 2020 allmählich herunter (wegen COVID-19), der Energieverbrauch sank jedoch nicht im selben Tempo. Eine Produktionsstätte, die nicht bei voller Kapazität produziert, ist meistens weniger effizient.

Wie in den Vorjahren veranstaltete GF 2020 eine virtuelle Nachhaltigkeitskonferenz, um den Informationsaustausch zu Energieeffizienz und anderen Themen über Standorte und Divisionen hinweg zu fördern.

2020 endete der Zyklus der Nachhaltigkeitsziele 2020. Deshalb evaluierte GF die in den fünf Jahren getroffenen Massnahmen und verglich deren Beiträge mit den Zielen. Eines der neuen Ziele für 2025 konzentriert sich auf die Herabsetzung der THG-Emissionen in den nächsten fünf Jahren um 12,5% gegenüber dem Ausgangswert. Um diese ehrgeizige Vorgabe zu erreichen, braucht es Massnahmen für Energieeffizienz und eine klare Strategie für erneuerbare Energie. Das Nachhaltigkeitsteam des Konzerns arbeitet eng mit den Divisionen und Standorten zusammen, um eine Roadmap zu erstellen, mit der die Vorgabe bis Ende 2025 umgesetzt werden kann.

Emissionen

THG-Emissionen

In 1’000 Tonnen

Um die internationalen Bemühungen zur Erreichung der Klimaziele von Paris angemessen zu unterstützen, unterscheidet GF zwischen den Quellen der THG-Emissionen.

Die THG-Gesamtemissionen sanken 2020 um 17% (11% anteilig). Die THG-Scope-1-Emissionen gingen 2020 um 12% zurück (0% anteilig).9 Die marktbasierten THG-Scope-2-Emissionen fielen 2020 um 18% (11% anteilig).10 Die Scope-3-Emissionen sanken um 67%. Derzeit umfassen die Scope-3-Emissionen von GF nur Geschäftsreisen, die 2020 aufgrund der Einschränkungen infolge der Pandemie stark zurückgingen.

Die meisten THG-Emissionen von GF (76%) stammen aus dem Stromverbrauch und gelten als Scope-2-Emissionen. Die übrigen 24% sind Scope-1-Emissionen aus fossilen Brennstoffen an den Standorten von GF (über 23%) und Scope-3-Emissionen von Geschäftsreisen (weniger als 1%).

Im Berichtsjahr investierte GF Casting Solutions in Strom-Herkunftsnachweise für ihre Standorte in Österreich und einen Standort in China.11 Der Kauf deckte 37% des Stromverbrauchs der Division und wirkte sich positiv auf die Scope-2-Emissionen von GF aus. Zusätzlich kooperierte GF Piping Systems mit der Firma Land Life, um den Scope 1 Fussabdruck von drei seiner amerikanischen Standorte durch das Pflanzen von 14’000 Bäumen in Kalifornien, Texas und Oregon, zu kompensieren.

Zielerreichung: CO2e-Emissionen

THG-Emissions-Intensitätsindex

CO2e-Emissionen pro Produktionsvolumen7

Zielpfad

Im Berichtsjahr erreichte GF den Zielwert für die THG-Intensität. Im Vergleich zu 2019 wurden mehr Herkunftsnachweise gekauft. Allerdings konnte der Rückgang des Produktionsvolumens damit nicht vollständig kompensiert werden.

GF erreichte den Fünfjahres-Zielwert für die THG-Emissionsintensität. Im Jahr 2020 lagen die absoluten THG-Emissionen 16% unter dem Ausgangswert. Dies ist in erster Linie auf die Energieeffizienzsteigerung bei GF Piping Systems (rund 33%) und bei GF Casting Solutions (rund 65%) zurückzuführen. Der Beitrag von GF Machining Solutions beträgt rund 2%.

Mit der nächsten Fünfjahresstrategie hat sich GF zum Ziel gesetzt, die THG-Emissionen gemessen am Ausgangswert um 12,5% zu senken, was der von der Science-Based Targets Initiative (SBTi) angestrebten Reduktion entspricht.12 Da GF noch nicht umfassend über seine Scope-3-Emissionen berichtet, wurde ein Projekt zur Quantifizierung von 10 der 15 relevanten Scope-3-Emissionen ins Leben gerufen. Gestützt auf die Ergebnisse wird GF ein sinnvolles Reduktionsziel für seine Kunden und Lieferanten festlegen. GF plant, der SBTi seine Ziele im Jahr 2022 zur Genehmigung vorzulegen.

Natürliche Ressourcen und Werkstoffe

Ein überlegtes und verantwortungsvolles Ressourcen- und Abfallmanagement geniesst bei GF einen hohen Stellenwert. GF ist daher bestrebt, seine Produktionsprozesse auf ganzheitliche Weise neu zu gestalten, um geschlossene Stoffkreisläufe zu erreichen. Die Aluminium- und Magnesiumgussteile von GF Casting Solutions sind grundsätzlich zu 100% rezyklierbar, sodass diese Materialien immer wiederverwendet werden können. Ausserdem integriert GF Wiederverwendungsmöglichkeiten bei der Gebäudesanierung. Die Suche nach Möglichkeiten für die Rezyklierung und die Eingliederung der von den beiden anderen Divisionen verwendeten Werkstoffe in die Kreislaufwirtschaft ist Teil der Nachhaltigkeitsagenda von GF.

Die im Rahmen der Produktionsprozesse entstehenden Abfallstoffe können anderen Industrieunternehmen als Ressourcen dienen und die Gesamtnachfrage nach Energie und Rohstoffen reduzieren. So werden beispielsweise die Nebenprodukte der Produktionsprozesse von GF als Ersatz für fossile Energieträger oder als Vormaterial bei der Zementherstellung verwendet. GF sucht und erkundet solche Möglichkeiten permanent.

Im Berichtsjahr ist die Abfallmenge insgesamt um 17% gesunken (9% anteilig). Der Anteil von Sonderabfall erhöhte sich von 9% auf 12%, wobei 88% der Gesamtmenge Normalabfälle darstellen. Die Zunahme des Sonderabfalls ist hauptsächlich auf technische Probleme an einem Standort von GF Casting Solutions zurückzuführen. Während des Herstellungsprozesses wird Öl mit Wasser vermischt. Bevor das Wasser von der Emulsion abgeleitet wird, trennt eine Maschine die beiden Stoffe. Anschliessend wird das Öl als Sonderabfall entsorgt, während das Wasser in das örtliche Abwassersystem abgeleitet wird. Im Jahr 2020 war die Emulsionstrennanlage defekt, weshalb die gesamte Menge der Öl-Wasser-Emulsion als Sonderabfall entsorgt wurde. Das Problem ist nun behoben. Folglich ist davon auszugehen, dass die Sonderabfallmenge in den kommenden Jahren abnehmen wird. Der grösste Teil des bei GF anfallenden Abfalls wird rezykliert (71%).

Weitere Initiativen zur Beschaffung von wiederverwertbaren Materialien und Komponenten sowie zur Optimierung des Abfallmanagements mit dem Ziel, die Wiederverwendung zu ermöglichen, stehen bei allen drei Divisionen auf der Tagesordnung.

Abfallentsorgung

In Tonnen

Zusammensetzung des Abfalls

In Tonnen

Zielerreichung: nicht rezyklierte Abfälle13

Nicht-rezyklierte-Abfälle-Intensitätsindex

Nicht rezyklierte Abfälle pro Produktionsvolumen7

Zielpfad

Im Jahr 2020 verringerte sich die Abfallmenge zwar in absoluten Zahlen, das Produktionsvolumen nahm aber noch stärker ab, weshalb GF sein Ziel für nicht recycelte Abfälle nicht erreicht hat.

Zu den Prioritäten des Nachhaltigkeitsrahmens 2025 zählt die Suche nach Möglichkeiten für die Optimierung der Abfallentsorgung bei GF. So soll der deponierte und verbrannte Abfall bis 2025 um 20% reduziert werden im Vergleich zum Ausgangswert.

Sechs Produktionsstätten von GF Casting Solutions und zwei Werke von GF Piping Systems verursachen 95% des gesamten Sonderabfalls von GF. Der Konzern wird eine Zielgrösse zur Verminderung des Sonderabfalls dieser acht Standorte bis ins Jahr 2025 festlegen.

Wasser-Fussabdruck

Da Wasser für das Leben essenziell ist, wird dem sorgsamen Umgang mit dieser endlichen Ressource bei GF grosse Bedeutung beigemessen. Daher bestand eines der Nachhaltigkeitsziele 2020 von GF darin, in wasserarmen Gebieten den Wasserverbrauch bis ins Jahr 2020 um 10% zu senken. Anfang 2017 wurde mithilfe eines Tools des World Resources Institutes (WRI) analysiert, welche Produktionsstätten in wasserarmen Gebieten liegen.14 Das Wasserziel 2020 von GF war für alle sechs Standorte (die alle zu GF Piping Systems gehören) verbindlich. Drei davon liegen in China und drei in den USA. In den letzten fünf Jahren haben diese Produktionswerke ihren Wasserverbrauch ständig überwacht und entsprechende Verbesserungsmassnahmen umgesetzt.

CDP Wassersicherheits-Ranking

Im Berichtszyklus 2020 verbesserte GF sein Rating im Bereich Wassersicherheit (water securtiy) von B zu A- («Leadership»-Stufe).

Im Allgemeinen verbrauchen die Produktionsstätten von GF nicht viel Wasser. Sie nutzen es in geschlossenen Kühlkreisläufen. Das meiste Wasser wird über die öffentlichen Abwasseraufbereitungsanlagen entsorgt. Alle Produktionsstätten halten die anwendbaren Abwasserentsorgungsgesetze und -vorschriften ein. Die Standorte von GF Casting Solutions erfüllen ausserdem zusätzliche Anforderungen in Bezug auf die Abwasserentsorgung. In früheren Jahren verlor die Produktionsstätte von GF Piping Systems in Dallas (USA) Wasser wegen eines Systemdefekts in einem Kühler. Nachdem das alte Ein-Kompressorsystem durch einen neuen Doppelkompressor ersetzt worden war, sank der Wasserverbrauch an diesem Standort im Jahr 2020 um 2’259 m³ (10,6%).

Wasserverbrauch

In 1’000 m³

Auch in einer anderen Produktionsstätte von GF Piping Systems in Indonesien wurden verschiedene Lecks behoben, wodurch der Wasserverbrauch 2020 um 3’639 m³ (15,2%) reduziert werden konnte.

Der Wasserverbrauch aller Standorte von GF nahm 2020 insgesamt um 17% gegenüber 2019 ab (13% anteilmässig). Dieser Rückgang ist zum Teil den an den Standorten umgesetzten Verbesserungsmassnahmen zu verdanken.

 

Zielerreichung: Wasser in wasserarmen Gebieten

Wasser-Intensitätsindex

Wasserverbrauch pro Produktionsvolumen7

Die in wasserarmen Gebieten liegenden Produktionswerke von GF konnten ihren Wasserverbrauch bereits um mehr als die angestrebten 2% pro Jahr senken. Im Vergleich zum Ausgangswert haben die Produktionsstätten ihren Wasserverbrauch um insgesamt 9% gesenkt.

Im Berichtsjahr optimierte eine Produktionsstätte von Chinaust, einem Joint Venture von GF Piping Systems, ihren Kühlkreislauf und das gesamte Wassermanagement, womit sie den Wasserverbrauch im Vergleich zu 2019 um 18% zu senken vermochte. Da dieses Werk zu den grossen Wasserverbrauchern von GF zählt, half diese Reduktion, 2020 das Ziel zu erreichen.

Für den Strategiezyklus 2025 gab GF das Ziel vor, in Gebieten mit grosser Wasserknappheit die Wasserintensität verglichen mit dem Ausgangswert um 20% zu senken. Dieser Zielwert ist für insgesamt 15 Produktionsstätten in allen drei Divisionen verbindlich. Um zu bestimmen, welche seiner Produktionsstandorte in wasserarmen Gebieten liegen, verwendete GF erneut das Water Aqueduct Tool des WRI (World Resources Institute).

  

1 Die Bewertung wurde 2015 im Rahmen der Bestimmung der Nachhaltigkeitsziele 2020 begonnen und Anfang 2018 als Teil der Wesentlichkeitsbeurteilung fortgesetzt. Für die Nachhaltigkeitsziele 2025 wurde erneut eine Wesentlichkeitsbeurteilung Mitte 2019 durchgeführt und 2020 abgeschlossen. Die bereits im Jahr 2018 identifizierten Umweltthemen haben weiterhin hohe Bedeutung.
2 Das Abfallziel umfasst sowohl Sonder- als auch Normalabfälle.
3 Folgende Standorte sind nach ISO 50001 zertifiziert: GF Piping Systems: Deka GmbH und GF Fluorpolymer Products GmbH (beide in Deutschland), GF Casting Solutions: Kunshan, Suzhou (beide in China), Leipzig (Deutschland), Altenmarkt, Herzogenburg Services und Herzogenburg HPDC (alle in Österreich).
4 Um die Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten, enthält die anteilige Zahl keine Standorte, die im Jahr 2019 veräusserten und transferiert wurden. Die Zahl enthält somit Informationen zur zugrundeliegenden Entwicklung.
5 In den Vorjahren wurde die Kategorie als «Koks, Braunkohle» ausgewiesen.
6 Biogas wurde nur 2019 und 2018 zugekauft. Da dieser Anteil an der erneuerbaren Energie weniger als 0,01% beträgt, erscheint es nicht in der Grafik. 
7 Die Divisionen von GF definieren das Produktionsvolumen basierend auf ihren jeweils spezifischen Geschäftsfeldern. GF Piping Systems bezeichnet es als «produzierte metrische Tonnen», GF Casting Solutions als «Bruttowertschöpfung» (alle betrieblichen Erträge abzüglich des Material- und Warenaufwands, der Bestandsänderungen der Vorräte und des Betriebsaufwands) und GF Machining Solutions als «geleistete Arbeitsstunden».
8 Der Energieeffizienz-Index entspricht der inversen Berechnung der Energieintensität gemäss GRI-Standards (d.h. Energieverbrauch im Zähler geteilt durch das Produktionsvolumen im Nenner). Der Energieverbrauch umfasst alle Energieträger, die im Unternehmen verbraucht werden (etwa Strom und Brennstoff). Energie, die für Geschäftsreisen genutzt wird (z.B. Kraftstoffe für Firmenwagen und Flugzeuge), ist nicht berücksichtigt.
9 GF erzeugt Scope-1-Emissionen, weil der Konzern Erdgas, Koks, Erdöl (z.B. für Heizzwecke und Prozesswärme) sowie Benzin, Flüssiggas (LPG) und komprimiertes Erdgas (CNG) (u.a. für interne Transportzwecke) verbraucht.
10 Indirekte Emissionen (Scope 2) stammen aus eingekaufter und konsumierter Energie der Werke von GF und werden nicht vom Unternehmen selbst emittiert. GF veröffentlicht die markt- und standortbasierten (market-based and location-based) Scope-2-Emissionen. Die marktbasierten Emissionen stellen jene Emissionen dar, bei denen Instrumente zur Kompensation eingesetzt wurden. Der Kauf von Grünstrom-Zertifikaten gilt zum Beispiel als ein Instrument. Der entsprechende Betrag wird direkt von den Gesamtemissionen abgezogen.
11 Herkunftsnachweise (GO oder GoO) sind freiwillige Handelsinstrumente, die die Herkunft von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bestätigen.
12 Die Science-Based Target Initiative entwickelte Reduktionspfade, damit die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens in Bezug auf die weltweiten THG-Emissionen eingehalten werden können. Weitere Informationen sind auf der SBTi-Website verfügbar.
13 Durch die Verbesserung der Datenqualität an einem Standort von GF Casting Solutions haben sich die Abfall- und Rezyklierungsdaten für 2018 und 2019 geringfügig verändert. Die Anpassungen betreffen die Fortschritte bei der Zielerreichung für nicht rezyklierte Abfälle. Die spezifischen Werte für beide Jahre haben sich geändert. Allerdings gilt dies nicht für die allgemeine Entwicklung, d.h. 2018 wurde der Zielwert für nicht rezyklierte Abfälle erreicht, 2019 aber nicht.
14 www.wri.org/our-work/project/aqueduct.
https://sustainability-report.georgfischer.com/20/de/wp-json/public/posts/