Ventil gegen weltweite Wasserverluste

In Wasserverteilungs-Infrastrukturen rund um den Globus gehen laufend grosse Mengen des kostbaren Nasses verloren. Das einzigartige Kunststoff-Druckregelventil NeoFlow von GF ist eine innovative Lösung, die alternde Wasserrohre effektiv vor Brüchen schützt und Energieverbrauch, CO2-Emissionen und Arbeitsaufwand signifikant reduziert.

Der Anteil von Süsswasser auf der Erde macht gerade einmal nur 2,5% des gesamten Wasservorkommens aus. Davon sind wiederum mehr als zwei Drittel in Gletschern und in ständigen Schneedecken oder Eis gebunden.1 Weltweit haben über die Hälfte der aktuell 7,8 Mia. Menschen der Weltbevölkerung mindestens einen Monat im Jahr nicht ausreichend Wasser zu Verfügung.2 Die Lösungen von GF ermöglichen den sicheren und nachhaltigen Transport dieses knappen Guts für eine stetig wachsende Bevölkerung.

«Non-Revenue Water» bezeichnet die Differenz zwischen der Wassermenge, die in ein Verteilsystem eingespeist wird, und der Wassermenge, die den Verbrauchern in Rechnung gestellt wird. Gemäss Liemberger/Wyatt gehen in Verteilungs-Infrastrukturen 20 bis 50% des Wassers wegen Lecks verloren.3 Non-Revenue Water hat eine riesige wirtschaftliche Bedeutung, denn weltweit geht auf diese Weise jährlich ein Äquivalent von etwa 39 Mia. US-Dollar verloren.4

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Marco Alberti, Verkaufsleiter bei GF Piping Systems Italien, überprüft doppelte Druckregelventile zur Steuerung der nachgeschalteten Druckregulierung.

Reduktion von Rohrleitungsbrüchen um 63%

In Italien gehen im Durchschnitt 37% des Wassers beim Transport verloren.5 IRETI, ein Kunde von GF, versorgt im Nordwesten des Landes über 2,8 Mio. Kunden aus beinahe 300 Gemeinden und packt das Problem an der Wurzel.

GF präsentierte das patentierte Kunststoff-Druckregelventil namens NeoFlow erstmals vor vier Jahren in Reggio Emilia (Italien). Die Fachleute von IRETI waren besonders von der Einfachheit und dem innovativen Design beeindruckt. Später nahmen sie an einem Test in einem unabhängigen, zertifizierten Labor in Nantes (Frankreich) teil, was ihnen eine erste praktische Erfahrung mit dem Produkt verschaffte. Seit einem Jahr ist das Druckregelventil nun bei IRETI im Einsatz.

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Antonio Gualtieri (l.), technischer Manager für Wasserleck-Erkennung bei IRETI, und Marco Alberti nehmen an einem Druckregelventil die Feinabstimmung vor. 

Olivier Narbey, Senior Business Development Manager bei GF Piping Systems, erklärt, wie ein Druckregelventil Wasserverluste verhindern kann: «Die Weltbevölkerung ist rapide gewachsen, doch die Wassersysteme machen diese Entwicklung auf weite Strecken nicht mit und sind vielerorts nicht geeignet für die durch sie fliessende Menge an Wasser. Folglich bersten die Rohrleitungen an irgendeiner Stelle.»

Narbey plädiert für eine Modernisierung der Wasserverteilungsnetze mit einem Druckmanagement – und hier macht NeoFlow den Anfang: «Sie müssen es sich wie eine Art Anti-Aging-Kur für Wasserverteilungsnetze vorstellen. NeoFlow reguliert die Durchflussraten und begrenzt somit die unnötige Belastung der Infrastruktur.» Die Wirkung, die damit erzielt werden kann, bestätigt auch Antonio Gualtieri, technischer Manager für Wasserleck-Erkennung bei IRETI: «Dank des Druckmanagements haben wir eine Reduktion der Rohrleitungsbrüche von 63% erzielt.»

«Das Druckmanagement mit NeoFlow ist wie eine Anti-Aging-Kur für Wasserverteilungsnetze.»

Olivier Narbey, Senior Business Development Manager, GF Piping Systems
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Das unterirdische Wasserreservoir bei der Universität in Parma (Italien) ist mit GF Druckregelventilen ausgestattet und versorgt einen grossen Bezirk.

Bessere Ökobilanz als Metallprodukt

Aus Kunststoff bestehende Druckregelventile weisen laut Narbey eine bessere Ökobilanz als Metallprodukte auf. Sie hätten eine längere Lebensdauer als Metallventile und seien praktisch wartungsfrei. Weil Metall korrodiere, bräuchten Metallventile eine regelmässige Wartung, die Ressourcen, Know-how und Energie erfordere.

Zudem sei NeoFlow fünfmal kompakter als ein Standard-Druckregelventil aus Metall und könne auf engstem Raum von einer Person installiert werden. Für die Nachrüstung eines Metall-Druckregelventils sei mehr als eine Person erforderlich. «Ein Metallprodukt ist bis zu neunmal schwerer als eines aus Kunststoff. Damit erfordert auch der Transport zum Einsatzort viel mehr Energie, und es fallen höhere CO2-Emissionen an», führt Narbey aus.

    

IRETI, ein Unternehmen der italienischen Iren-Gruppe, ist auf die Verteilung von Wasser, Strom und Gas spezialisiert. Es bietet einen integrierten Wasserservice in den Bereichen Wasserversorgung, Kanalisation und Abwasserbehandlung für beinahe 300 Gemeinden der Emilia Romagna, Liguriens und des Piemonts. Über ein Verteilsystem von über 23’000 Kilometern verteilt IRETI pro Jahr mehr als 290 Mio. m³ Wasser für 2,8 Mio. Kunden.

 

«Wir wünschen uns noch weitere so verlässliche Produkte.»

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Antonio Gualtieri, technischer Manager für Wasserleck-Erkennung bei IRETI (Italien)

Generell gesprochen und für einen Laien: Was ist der Nutzen eines Druckmanagementsystems für IRETI?

Es gibt weniger Rohrbrüche, somit verlieren wir weniger Wasser und verbrauchen weniger Ressourcen. Die Lebensdauer der Rohrleitungen wird erhöht, während es weniger Interventionen bedarf, so können wir uns intensiver der Suche nach Lecks widmen.

Welches sind die grössten Herausforderungen bei einem Druckmanagementsystem für Wasserverteilungsnetze?

Die Herausforderungen hängen stark von der Art der Wasserverteilinfrastruktur ab sowie davon, wo die Druckregelventile installiert sind. Eine der grössten ist, wenn ein sehr hoher hydraulischer Druck aufgrund unterschiedlicher Wassermengen beim Ein- und Auslass entsteht. Auch schnelle Veränderungen im Verbrauch und die damit verbundene Druckinstabilität fordern uns heraus.

Was würden Sie einem Wasserversorgungsunternehmen raten, das ein Druckmanagement-Projekt neu planen und durchführen möchte?

Zuerst gilt es, einen Bereich des Netzes zu bestimmen, in dem es häufig zu Rohrleitungsbrüchen kommt. Danach bilden wir einen sogenannten «Distrikt», das heisst, wir trennen diesen Teil des Netzes ab und installieren Druckregulierungs- und Messgeräte an der Eingangsstelle. Bei dieser Aufgabe hat sich GF als hervorragender Zulieferer von hochqualitativen Produkten erwiesen, und wir wünschen uns noch weitere so innovative und vor allem verlässliche Produkte.

1 Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): AQUASTAT (10/2016)
2 Mesfin M. Mekonnen, Arjen Y. Hoekstra: Four billion people facing severe water scarcity. Science. 2016
3 Quantifying the global non-revenue water problem. Roland Liemberger/Alan Wyatt, 2018.
4 Ebd.
5 Utilitalia – Istat. https://www.istat.it/it/archivio/234556, 2020.
https://sustainability-report.georgfischer.com/20/de/wp-json/public/posts/