Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Als international tätiger Industriekonzern ist GF in einer Vielzahl von Ländern und Marktsegmenten aktiv. Dabei hält sich das Unternehmen stets an alle geltenden Gesetze und Vorschriften. GF ist überzeugt, dass ein nachhaltiger und langfristiger wirtschaftlicher Erfolg auf einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und einem ethisch einwandfreien Geschäftsgebaren beruht.

Unternehmerisches Handeln

Das Geschäftsgebaren und die Konzernstrategie von GF basieren auf fünf Unternehmenswerten. Sie verkörpern die Philosophie und den Geist von GF und prägen die tägliche Arbeit zum Wohle der wichtigsten Stakeholder und des Konzerns. Aus diesen Werten wurden auch die Grundsätze für ethisch einwandfreies und integres Verhalten abgeleitet, welche die Unternehmenskultur von GF definieren und im Verhaltenskodex festgehalten sind. Der Verhaltenskodex erscheint in 18 Sprachen und ist weltweit für alle Mitarbeitenden von GF verbindlich.1


  

Corporate Governance

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung bilden die obersten Führungsgremien der Georg Fischer AG. Sie beide messen einer einwandfreien Corporate Governance grosse Bedeutung bei. Durch die Umsetzung der allgemein anerkannten Corporate-Governance-Grundsätzen wird das erforderliche Mass an Aufsicht, strategischem und taktischem Management im Konzern und in dessen Gesellschaften sichergestellt. Zudem trägt dies zur transparenten Kommunikation mit den Stakeholdern bei.

Dem Verwaltungsrat obliegt die Kontrolle der Unternehmensführung; er ist zudem für die strategische Ausrichtung sowie die Ausgestaltung des Finanz- und Rechnungswesens verantwortlich. Die drei ständigen Ausschüsse (Audit Committee, Nomination Committee und Compensation Committee) bereiten in ihren Gremien die entsprechenden Themen für den gesamten Verwaltungsrat vor.

Die Konzernleitung befasst sich mit allen konzernrelevanten Fragen, entscheidet im Rahmen ihrer Kompetenzen und stellt Anträge an den Verwaltungsrat. Der Präsident der Konzernleitung (CEO) und die Leiter der Konzernstäbe Unternehmensentwicklung und Finanzen & Controlling bilden die Konzernzentrale (Corporate Center).2 Sie unterstützen den Verwaltungsrat bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung.

Im Interesse ihrer Stakeholder entspricht die Georg Fischer AG, die gemäss schweizerischem Recht organisiert ist, allen Verpflichtungen, die in den Richtlinien der SIX Swiss Exchange zum Thema Corporate Governance festgehalten sind. Weitere Informationen zu den Aufgaben der einzelnen Ausschüsse des Verwaltungsrats und zum Vergütungsbericht finden Sie in den entsprechenden Abschnitten des Geschäftsberichts 2019.

Politische Einflussnahme

GF ist Mitglied von Branchenorganisationen der Schweiz – wie Economiesuisse und Swissmem –, welche die Interessen des Konzerns mit Blick auf politische und wirtschaftliche Themen vertreten. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge in diesen Organisationen belaufen sich auf weniger als CHF 0,1 Mio. Im Berichtsjahr wurden keine Beiträge an politische Parteien oder einzelne Politiker geleistet.

Risikomanagement

Bei GF ist das Enterprise Risk Management ein vollständig integrierter Prozess, der auf allen Ebenen des Konzerns systematisch angewendet wird. Zweimal im Jahr erstellen der Konzern, die drei Divisionen und alle wichtigen Konzerngesellschaften eine Risikokarte, auf der die jeweiligen Hauptrisiken in Bezug auf Strategie, Märkte, Betriebsabläufe, Management, Ressourcen, Finanzen und Nachhaltigkeit dargestellt werden. Im Jahr 2018 wurde der Katalog der Nachhaltigkeitsrisiken von den einzelnen Standorten überprüft. Die Risikokategorien wurden ausgeweitet, um künftig ein breiteres Spektrum potenzieller Nachhaltigkeitsrisiken abzudecken. Dazu zählen die Risiken in der Lieferkette und jene im Zusammenhang mit den möglichen Auswirkungen des Klimawandels (von und für GF). Dabei wird die Risikowahrscheinlichkeit jeweils in eine von vier Kategorien eingeteilt. Wo möglich und sinnvoll, werden die identifizierten Risiken unter Berücksichtigung von bereits umgesetzten Massnahmen quantifiziert. In allen anderen Fällen wird das Risiko zumindest qualitativ einer Schätzung unterzogen.

Der Leiter Risk Management & Tax fungiert zugleich als Chief Risk Officer (CRO) und berichtet in dieser Funktion direkt an den CEO. Der CRO wird durch je einen nicht exekutiven Risk Officer der drei Divisionen unterstützt. Die Risk Officer unter der Leitung des CRO bilden zusammen mit dem Corporate Compliance Officer (CCO), den Leitern Interne Revision, Konzern-Nachhaltigkeit und Konzernplanung sowie internen Experten das Corporate Risk Council. Im Jahr 2019 ist das Council zweimal zusammengetreten. Zusätzlich führte der CRO Workshops mit dem Management der drei Divisionen sowie mit der Konzernleitung durch, bei denen Risikosituationen analysiert, Massnahmen zur Risikominderung besprochen und die grössten tatsächlichen Risiken für die einzelnen Einheiten definiert wurden.

Zu den Traktanden dieser Treffen gehörten die Optimierung der Berichterstattung über Nachhaltigkeitsrisiken sowie die angemessene Behandlung und Bewertung von IT- und Cyber-Risiken. Ausserdem wurden die Risikoübersichten an den Sitzungen analysiert. Die Konzernleitung erörterte die identifizierten Risiken und es wurden angemessene Massnahmen zur Risikoreduzierung beschlossen. Der daraus resultierende Risikobericht wurde im Februar 2020 vom Verwaltungsrat geprüft und genehmigt.

Weitere Informationen zum Risikomanagement

Corporate Compliance

Die Interne Revision und der CCO überwachten die Compliance mit den weltweit geltenden Gesetzen und die Richtlinien sowie den Grundsätze der Geschäftsethik. Der CCO berichtet an den General Counsel oder bei Bedarf auch direkt an den CEO. Als Mitglied des Corporate Risk Council hat der CCO dafür zu sorgen, dass das Risikomanagement innerhalb des Unternehmens den angemessenen Stellenwert erhält.

Zudem haben die Mitarbeitenden bei jeglichem Verstoss gegen die Gesetzgebung oder Richtlinien den CCO darüber via eine Compliance-E-Mail-Adresse in Kenntnis zu setzen, die Abteilung Corporate Legal in Schaffhausen (Schweiz) zu kontaktieren oder anonym Meldung zu erstatten. Eine Konzernweisung beschreibt das Verfahren, das von den Mitarbeitenden bei der Meldung von Verstössen gegen geltende Gesetze oder interne Anweisungen einzuhalten ist, und regelt das Verhalten der Empfänger des Berichts. Bei nachgewiesenem Fehlverhalten werden angemessene Sanktionen ergriffen. 

Entsprechende Schulungen finden – mittels E-Learning oder Präsenzunterricht – unter der Leitung des CCO in den einzelnen Konzerngesellschaften statt. Die Schwerpunktthemen werden von der Konzernleitung in Zusammenarbeit mit dem CCO festgelegt. Im Jahr 2019 fand eine Reihe interner Compliance-Schulungen statt. Dazu zählten:

Das Schulungsprogramm wird laufend weiterentwickelt, und die Mitarbeitenden sind verpflichtet, alle drei Jahre daran teilzunehmen. Die Abteilung Corporate Legal (Recht/Corporate Compliance) bietet zudem seit 2017 in Schaffhausen Einzelschulungen für Senior Manager anderer Standorte an. Auf Wunsch erhalten sie eine allgemeine und spezifische Rechtsberatung oder individuelle Schulungen. Im Jahr 2019 nahmen 21 Senior Manager die Gelegenheit wahr, von dieser personalisierten Rechtsschulung zu profitieren.

Um die Compliance-Funktion im Unternehmen zu stärken, werden seit 2015 folgende Massnahmen umgesetzt:

Weitere Informationen zur Corporate Compliance

Produkt- und Service-Informationen, Kennzeichnungspflicht

GF hält sich an alle geltenden Regeln und Vorschriften für Produktsicherheit und angemessene Produktkennzeichnung und -beschreibung. Dazu gehören unter anderem:

In den Divisionen befassen sich spezialisierte Arbeitsgruppen mit Themen bezüglich der Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards von GF Produkten. Diese Gruppen sind verantwortlich für die Nachverfolgung von neuen Regulierungen und Entwicklungen, die Definition und Sicherstellung von notwendigen internen Prozessen, die Durchführung relevanter Schulungen und die Bearbeitung von Kundenanfragen.

1 Der Verhaltenskodex ist ein fester Bestandteil des Arbeitsvertrags aller GF Mitarbeitenden. In den einzelnen Gesellschaften von GF gelten darüber hinaus weitere interne Richtlinien und Vorschriften, die auf Konzern- und lokaler Ebene implementiert worden sind.
2 Siehe «Organisation von GF» im entsprechenden Abschnitt des Geschäftsberichts 2019.
3 Conformité Européenne (CE) ist die Bestätigung der Konformität mit sämtlichen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltverträglichkeitsstandards für Produkte, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verkauft werden.
4 Bestätigung des konformen Handelns in Übereinstimmung mit der EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (RoHS-Richtlinie).
5 REACH steht für: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals und ist eine EU-Verordnung. Sie betrifft die Produktion und Verwendung chemischer Stoffe sowie deren möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt.

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